Untersuchungen zeigen, dass inklusives Design die Kundenreichweite um das Vierfache steigern kann

Studien, die vom Centre for Inclusive Design in Zusammenarbeit mit Adobe und Microsoft durchgeführt wurden, haben ergeben, dass Produkte und Dienstleistungen, die auf die gesamte Breite der Bedürfnisse von Menschen zugeschnitten sind, das Vierfache der Zahl der Nutzer erreichen können.

Inklusionsdenken früh in die Konzeptphase einbeziehen, verhindert Kosten

Um die Bedeutung von Inclusive Design zu unterstreichen, hat das Centre for Inclusive Design in Zusammenarbeit mit Adobe und Microsoft den Bericht „The Benefit of Designing for Everyone“ in Auftrag gegeben, der von PwC durchgeführt wurde. Dem Bericht zufolge werden Menschen, die Schwierigkeiten beim Zugang zu oder der Nutzung von Produkten und Dienstleistungen haben, oft nicht in den Designprozess einbezogen. Dies kann dazu führen, dass ein erheblicher Prozentsatz der Bevölkerung außer Acht gelassen wird, ebenso wie kostspielige Nachrüstungen für Produkte und Dienstleistungen, die bis zu 10.000 mal so hoch sein können wie die Kosten für die frühzeitige Einführung von Inclusive Design.

Antrieb für die Gesellschaft

Untersucht wurde in Australien. Für die Anwendung auf Deutschland können die Zahlen etwa verdreifacht werden. Die Ergebnisse des australischen Berichts zeigen, dass der australische Bildungs-, Einzelhandels- und Finanzdienstleistungssektor von der Umsetzung eines inklusiven Ansatzes im Designprozess profitieren kann. Im Bildungsbereich kann Inclusive Design zu zusätzlichen 228.000 Hochschulabschlüssen führen, die in Australien erworben würden, was wiederum zu einer Erhöhung der Beschäftigung und der Löhne um 4,5 Milliarden Dollar jährlich führen kann. Inklusive Finanzdienstleistungen können mehr als 830.000 Australiern helfen, ihre finanzielle Situation und Kompetenz zu verbessern, während im Einzelhandel ein potenzieller Umsatzanstieg von 4 Milliarden Dollar durch besser entwickelte Produkte und Dienstleistungen zu erwarten ist.

Kaufkraft 120 Milliarden

Etwa 16 Millionen Deutsche sind aufgrund des schlechten Designs nicht in der Lage, auf Produkte und Dienstleistungen zuzugreifen – doch sie verfügen über ein jährliches verfügbares Einkommen von über 120 Milliarden Euro. Diese Zahl umfasst Menschen mit einer Behinderung und ältere Menschen, aber es gibt Millionen von Bundesbürgern, die auch aufgrund von Lage, Geschlecht, ethnischer Zugehörigkeit oder finanziellem Status von Ausgrenzung bedroht sind.

Adobe und Microsoft sind weltweit führend in den Bereichen Inclusive Design und zwei der ersten Global Players, die die Bedeutung des Verständnisses der Bedürfnisse, Wünsche und Einschränkungen der Kunden im Rahmen des Designprozesses erkennen. Beide Unternehmen haben in ihren Teams Spezialisten für inklusive Designaufgaben, die für die Umsetzung und das Umdenken von Produkten verantwortlich sind.

Schlüsselwissen

Dr. Manisha Amin, CEO des Centre for Inclusive Design, sagt: „Design, das die gesamte Bandbreite der menschlichen Vielfalt in Bezug auf Fähigkeiten, Sprache, Kultur, Geschlecht, Alter und andere Formen der menschlichen Diversität berücksichtigt, bedeutet, dass mehr Menschen einbezogen werden. Wir haben die Studie in Auftrag gegeben, um die notwendigen Mittel zu identifizieren und zu bestimmen, mit denen Australien handeln kann, um diese Lücken zu schließen. Inklusive Produkte und Dienstleistungen, die auf die Bedürfnisse von Edge-Anwendern ausgerichtet sind, können die bis zu vierfache Größe der Zielgruppe erreichen und nutzen und es Unternehmen ermöglichen, ihren Umsatz durch die Vergrößerung ihrer Zielmärkte zu steigern. Designer, Unternehmen und Regierungen haben alle eine Aufgabe zu erfüllen, indem sie anders gestalten, investieren und gesetzgeberisch tätig sind, so dass ein ganzheitlicher Designprozess zur gängigen Praxis wird.“

Jeremy Thorpe, Partner und Chefökonom bei PwC, sagte: „Inklusives Design ist ein Ohne-Reue-Prozess. Es ist ein übersehener Punkt, um das Potenzial des Marktes zu maximieren und eine produktivere Gesellschaft zu gewährleisten.“

Suzanne Steele, Managing Director, Adobe Australia and New Zealand, sagte: „Die Inspiration kann von überall und von jedem kommen, und es liegt an den Unternehmen, ihren Mitarbeitern Werkzeuge zur Verfügung zu stellen, die den Entstehungsprozess verbessern und ihre Ideen zum Leben erwecken können. Durch unsere Partnerschaft mit dem Centre for Inclusive Design und Microsoft wollen wir das Bewusstsein dafür schärfen, wie wichtig es für Unternehmen ist, eine breite Palette von Stimmen und Sichtweisen in ihre Teams einzubeziehen, um die Vielfalt der Bevölkerung in ihren Produkten und Dienstleistungen widerzuspiegeln.“

David Masters, Corporate Affairs Director, Microsoft Australia, sagte: „Barrierefreiheit wird oft auf Compliance ausgerichtet, und obwohl das unglaublich wichtig ist, zeigt dieser Bericht deutlich, dass Integration auch wirtschaftlichen Nutzen bringt. Die Einbettung in die Vorentwurfsphase stellt sicher, dass Unternehmen Produkte und Dienstleistungen für alle bereitstellen. Inclusive Design treibt die Innovation bei Microsoft voran und ist ein Konzept, das von allen Unternehmen umgesetzt werden sollte.

Der Bericht analysiert drei Schlüsselindustrien – Bildung, Einzelhandel und Finanzdienstleistungen –, die von der Umsetzung eines inklusiven Designs profitieren und finanzielle, wirtschaftliche und soziale Verbesserungen bewirken können. Zu diesen Vorteilen gehört auch, dass Unternehmen die Möglichkeit haben, ihre Erträge zu steigern, indem sie ihre Zielmärkte erweitern und Menschen, die von Ausgrenzung bedroht sind, mit einem jährlichen verfügbaren Einkommen von über 120 Milliarden Euro einbeziehen.

Kontaktieren Sie mich – ich unterstütze diesen Prozess auch bei Ihnen

Ich bin für Ihre Unterstützung da. Es ist meine Aufgabe Organisationen und Branchen bei der Umsetzung von Inclusive Design zu unterstützen. Ich verfüge über eine Reihe von Beratungsdienstleistungen, um den Wandel zu unterstützen. Bitte kontaktieren Sie mich gern, um mehr zu erfahren.

ISO 30071-1 für digitale Zugangsnormen - alles, was Sie wissen müssen

Die ISO 30071-1 beschreibt Vorgaben für die Schaffung barrierefreier IKT-Produkte und -Dienstleistungen. Veröffentlicht am 28. Mai 2019, ist sie eine internationale prozessorientierte Norm, die es Unternehmen ermöglicht, Barrierefreiheitsansprüche in ihre „business as usual“-Prozesse einzubetten.

ISO 30071-1 ist die internationale Richtlinie, die Website-Betreiber während des gesamten Prozesses der Inbetriebnahme und Erstellung von Websites unterstützt.

ISO 30071-1 erstreckt sich auf alle digitalen Produkte (oder IKT-Systeme) – einschließlich Benutzerfreundlichkeit von VR/AR-Headsets, Smart Speakers, Kiosken, Bord- und In-Car-Entertainment-Systemen, Spielkonsolen, Geldautomaten und elektronischen Kassensystemen; sie berücksichtigt auch den Kontext der Verwendung dieser Produkte und was zu tun ist, wenn die unterstützenden Technologien und Zugangsrichtlinien, die normalerweise den Zugang zu digitalen Produkten ermöglichen, auf einem Gerät nicht verfügbar sind.

ISO 30071-1 beschreibt einen Prozess, um sicherzustellen, dass digitale Produkte bei der Inbetriebnahme und Wartung zugänglich sind, und verschlankt ihn in 8 Punkte, die in jede beliebige Methodik des Softwareentwicklungslebenszyklus integriert werden können, die Teams zur Erstellung ihrer Produkte verwenden.

ISO 30071-1 aktualisiert und klärt die Empfehlungen zum Zusammenhang zwischen integrativem Design und benutzerpersonalisierten Ansätzen für die Zugänglichkeit, auch wenn es darum geht, zusätzliche personalisierte Zugänglichkeitsanforderungen zu stellen.

ISO 30071-1 aktualisiert die Business Cases, um sie besser für die vielfältigen und unterschiedlichen Gesetzgebungen in verschiedenen Ländern anzupassen, die die Zugänglichkeit fördern oder vorschreiben.

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20% der Bundesbürger verstehen Texte nur auf Grundschulniveau oder geringer

6,2 Millionen deutsch sprechende Erwachsene können Texte nicht gut lesen und schreiben. Das sind 12,1 Prozent der erwachsenen Bevölkerung. Sie verstehen auch einfache Texte nicht. Und 20,5 Prozent verstehen nur Texte auf Grundschulniveau!

20% kann man nicht mehr als Randgruppe bezeichnen


Mit der Kategorie „geringe Literalität“ sind folgende drei Level gemeint. Das trifft auf 12,1 Prozent der Menschen in Deutschland zu.

  • 1. Level, Alpha 1: die Personen können zwar Buchstaben erkennen, aber kaum Wörter. Davon sind 0,6 Prozent der Bevölkerung betroffen. Jedes Wort wird langsam entziffert.
  • 2. Level Alpha 2: Sie können zwar Wörter schreiben, aber kaum Sätze zusammensetzen. Dies sind rund 3,5 Prozent.
  • 3. Level Alpha 3: Gut 8 Prozent der Menschen lesen zwar Sätze, verstehen aber einfache Texte nicht.


20,5 Prozent auf Level Alpha 4, also Kategorie Grundschulniveau

  • Darüber hinaus können Menschen im Level Alpha 4 zwar Texte lesen und schreiben, aber nur auf einfachem Grundschulniveau. 2018 lasen und schrieben 20,5 Prozent der Menschen auf diesem Niveau

Die kleinste Gruppe der hier Betroffenen ist die der 18 bis 25-Jährigen mit gut 12 Prozent. Umgekehrt ist fast die Hälfte der schlecht Schreibenden und Lesenden über 46 Jahre alt.


In der Kategorie „geringe Literalität“ haben 76 Prozent einen Schulabschluss. 35,4 Prozent einen mittleren oder hohen.

Die Anteile von Personen mit unterschiedlichen Schulabschlüssen an den gering literalisierten Erwachsenen (Alpha-Levels 1-3) 2018

Personen mit verschiedenen Schulabschlüssen
6,2 Millionen gering literalisierte Erwachsene:
Anteile von Personen mit verschiedenen Schulabschlüssen.
Quelle: Universität Hamburg, LEO 2018 – Leben mit geringer Literalität.
Basis: Gering literalisierte, Deutsch sprechende Erwachsene (18-64 Jahre), n=867, gewichtet. Abweichung von 100 % ist rundungsbedingt.

Zugezogene

Über 40 Prozent der erwachsenen Befragten, die als erste Sprache eine andere Sprache als Deutsch gelernt hatten, konnten in der Studie schlecht lesen und schreiben. Sie machen insgesamt gut 47 Prozent der gering Literalisierten aus. Fast 80 Prozent von ihnen gaben jedoch an, in ihrer ersten Sprache anspruchsvolle Texte lesen zu können. Dabei wurden nur die befragt, die auf Deutsch antworten konnten.

Bemerkungen

Die Studie spricht nicht mehr von „funktionalen Analphabeten“, weil der Begriff als stigmatisierend gilt.

In der aktuellen repräsentativen „LEO 2018“-Studie wurden 2018 über 7.000 Menschen zwischen 18 und 64 Jahren befragt.

Die ausführlichen Ergebnisse der LEO 2018-Studie können Sie hier als PDF herunterladen.

Lesestoff zugänglich – anspruchsvoll umgesetzt

Titelseite taktil Kinderliteratur

Ein gewöhnliches Taschenbuch kann mit entsprechender Fachkenntnis und Technik für die Lektüre blinder Menschen umgesetzt werden. Die Texte werden in Braille-Punktschrift auf Papier geprägt und Grafiken werden, soweit geeignet, taktil umgesetzt.

 

Grafikproduktion taktil Kinderliteratur
Grafikproduktion für Kinderliteratur als Schwelldruck
Umsetzung taktil Kinderliteratur
Buchblock vor dem Binden. Taktile Kinderliteratur in Braille mit Grafiken
Titelseite taktil Kinderliteratur
Titelseite des Buches

AOK Nordost baut auf Inklusion - Beratungsauftrag

Wer, wenn nicht die AOK? Alle zukünftigen Bauten und Umbauten von AOK-Beratungszentren werden erheblich barrierefreier als alle bisher. Als Berater begleite ich diese Wandlung. An jedem Ort werden zukünftig alle Aspekte von Barrierefreiheit bedacht, sachverständig diskutiert und wenn irgend möglich umgesetzt. Wir sprechen über den ganzen Kanon der Möglichkeiten barrierefreien Bauens, Gestaltens aber auch des Services. Was heute geplant wird ist in wenigen Jahren schon in über 100 Beratungszentren umgesetzt.

Ein bundesweit einzigartiges Projekt wird das „Centrum für Gesundheit“ in der Berliner Müllerstraße. Dieses Ärzte- und Beratungshaus wird – getragen vom Vorstand – als Leuchturmprojekt für Inklusion und Barrierefreiheit ausgeführt. 

Hier zahlt sich aus, als Berater so früh wie möglich in die Projekte eingebunden zu werden. Die frühe Planungsphase der Architekten und Innenarchitekten und der Grafiker ist der beste Einstiegszeitpunkt. Hier kann noch ohne Mehrkosten das Denken in die richtige Richtung gelenkt werden und Entscheidungen vor der Umsetzung korrigiert werden.

Instant Audioguide. Information am Objekt selbst schafft Orientierung und Information für Alle

TellDing ist ein "instant Audioguide" und Orientierungssystem in einem.

TellDing® ist ein System, das Besuchern eines Gebäudes oder einer Ausstellung individuell angepasste Informationen zum Objekt per Audio ausgibt. Dabei kann diese Audioinformation insbesondere auch zur Orientierung zum Objekt hin genutzt werden. Ein Aufzug oder eine Treppe wird also von einer beliebig voreinstellbaren Entfernung aus sprechen „Treppe zu den Etagen 2 bis 8“. Daraufhin kann ein blinder Besucher sich orientieren und zielgenau bewegen. Mehr Informationen dazu auf TellDing.de

TellDing ist ein "instant Audioguide" und Orientierungssystem in einem.
TellDing ist ein „instant Audioguide“ und Orientierungssystem in einem.
TellDing ist ein "instant Audioguide" und Orientierungssystem in einem.
Versteckt oder offen angebracht informiert er mit einem Näherungssensor in der Sprache und Ausführlichkeit des individuellen Bedarfs des Besuchers
TellDing ist ein "instant Audioguide" und Orientierungssystem in einem.
TellDing als Orientierungssystem gibt blinden Besuchern akustisch die Zielführung zum Objekt.

Ästhetik und Barrierefreiheit sind vereinbar

Voll-3D-Modell eines Krokodils mit Audiofeedback

Inhalte begreifen und verstehen statt konsumieren und vergessen. Das ist für alle Museumsbesucher ein großer Gewinn – und für manche davon sogar alternativlos und notwendig. Alle Menschen brauchen Inklusion früher oder später. Blinde Menschen brauchen sie jetzt!

Ein Museum ästhetisch barrierefrei machen: Preiswert, attraktiv und sinnvoll für alle. Das geht! Taktile Grafik, diverse Orientierung und allgemein verständliche Sprache sowie Objekte zum Anfassen.  Ich zeige Ihnen gerne, wie.

Inhalte zu vermitteln wird besonders dann anspruchsvoll, wenn inklusive Vermittlungswege hinzukommen. Dieser Anspruch wird derzeit zur Regel in Museen. Aber viele Museumspädagogen haben meist noch nicht ausreichend Hintergrundwissen um ihren Anspruch an Qualität und Ästhetik mit Barrierefreiheit in Einklang zu bringen. Es fehlt der Pool an Ideen und Möglichkeiten, den man bisher hatte. Oft werden die Möglichkeiten und vor allem die Grenzen des Machbaren dabei völlig falsch eingeschätzt. Insbesondere Ästhetik und universelles Design leiden darunter.

Als Experte für barrierefreie Vermittlung und als klassischer Designer mit hohem Anspruch unterstütze ich Museen in der Planung und Konzeption von Ausstellungen oder einzelnen Stationen. Stichworte sind: inklusive Leitsysteme, Funktionsmodelle, Brailleschrift, Tastgrafiken, Tastobjekte, einfache Sprache, Gebärden, inklusives Begleitmaterial, Beschriftungen.

Referenzen: Humboldtforum Berlin, Technikmuseum Berlin, Neues Museum Berlin …

Senatsverwaltung wertet konventionelle Ausstellung mit Mehrwert für alle auf

Ein Buch mit einfachen Texten, Punktschrift und großartigen Grafiken, taktil umgesetzt

Unter dem Titel „natürlich Berlin!“ wurde eine Ausstellung eröffnet, die konventionell gedacht, aber inklusiv umgesetzt wurde.

Die Ausstellung zu erweitern um sie auch Kindern ab Klasse 5, Menschen mit schlechtem Sehvermögen, blinden Menschen, Menschen in Eile und Touristen zugänglich zu machen, wurde spät beschlossen – aber nicht zu spät.

Mehrwert-Exponat einfach und taktil
Ein Mehrwert-Exponat: Das inklusive Ausstellungsbuch, macht die Ausstellung um vieles reicher und verständlicher.
Taktil erfahrbare Grafik eines Spatzes
Taktil erfahrbare Grafik „Spatz“

Wir haben für alle Ausstellungsbesucher als Ergänzung ein inklusives Mehrwert-Modul entwickelt:

  • Alle Texte und Bilder der 30 Ausstellungstafeln sind nun auch digital auf dem Smartphone über QR-Codes abrufbar. Das bedeutet man kann sie (ob einfach lesefaul, sehschwach oder blind) dort per Screenreader vorlesen lassen oder auch  groß zoomen. Sogar für jedes Bild der Ausstellung bekommt man dort auch eine Audiodeskription, die die Bilder für Blinde beschreibt.
  • Alle diese ausführlichen Texte liegen zusätzlich vollständig auch in einem Textbuch in Braille-Punktschrift vor. Dieses ist in das Mehrwert-Modul integriert.
  • 32% ALLER BESUCHER, also knapp ein Drittel, bevorzugen laut einer Studie unter Museumsbesuchern einfache Sprache, ohne Fremdworte und mit kurzen Sätzen. Das sind Touristen, Kinder und Menschen mit Lernschwierigkeiten oder einfacher Bildung, oder auch einfach Besucher mit begrenzter Zeit. Für jedes der sechs Themen der Ausstellung haben wir dafür eigens neu geschriebene Übersichtstexte in einem inklusiven Ausstellungsbuch abgedruckt – natürlich inklusive Punktschrift. Die Texte sind in einer Sprache gehalten, die Laien, Kinder an Klasse 5 und Nicht-Muttersprachler besser verstehen.
  • Zu jedem Thema haben wir außerdem einen beispielhaften Aspekt in inklusive Grafiken umgesetzt. Unterhaltend und anschaulich. Die Grafiken sind aufwändig blindenpädagogisch korrekt aufbereitet und mit einer relativ neuen Drucktechnik erstellt, die sie taktil lesbar macht.

Das inklusive Buch dient so auch für Sehende als Ergänzungs-Exponat mit Mehrwert, das den Wissenstransfer der ganzen Ausstellung für alle bereichert.

Taktile Grafik einer Fledermaus
Die Knochen in den feinen Flügelhäuten der Fledermaus werden begreifbar.
Taktile Grafik einer Hausfassade als Lebensraum für Stadttiere
Eine Hausfassade als Lebensraum für Stadttiere
Einfache Sprache und Braille als Ergänzung in einem Buch
Einfache Sprache und Braille als Ergänzung in einem Buch
Entstehung des Urstromtals um Berlin
Entstehung des Urstromtals um Berlin durch Gletschermassen in der Eiszeit.
Ein Buch, das die kompletten Ausstellungstexte der 30 Tafeln in Braille-Punktschrift beinhaltet.
Ein Buch, das die kompletten Ausstellungstexte der 30 Tafeln in Braille-Punktschrift beinhaltet.

Die Ausstellung, insbesondere der inklusive Teil, kann an Institutionen, Bibliotheken und Schulen verliehen werden. Ansprechpartnerin ist Frau Müller vom Freilandlabor Britz.

Kopien von urheberrechtlich geschützten Werken

Zugang zu urheberrechtlich geschützten Werken       

Über die Frage, in welcher Form urheberrechtlich geschützte Werke (z. B. Bücher, Filme etc.) vervielfältigt und verbreitet werden, entscheidet der Urheber/die Urheberin bzw. der Rechteinhaber/die Rechteinhaberin. 

Es war deshalb nicht immer möglich, urheberrechtlich geschützte Texte z. B. auch in Blindenschrift zur Verfügung zu stellen. 

§ 45a UrhG ermöglicht Menschen mit Behinderungen deshalb seit dem 13. September 2003 den erlaubnisfreien Zugang zu urheberrechtlich geschützten Werken.

Können sie ein Werk sinnlich nicht wahrnehmen, so erlaubt es diese Vorschrift, das Werk in eine andere Wahrnehmungsform zu übertragen. 

Konkret bedeutet dies, dass beispielsweise Werke der Literatur für blinde Menschen auf Tonträger aufgenommen oder in Blindenschrift übertragen werden dürfen.  

Auch die Weitergabe an andere behinderte Menschen ist zulässig, wenn damit keine kommerziellen Interessen verfolgt werden. 

Zum Ausgleich für diese Nutzung steht dem Urheber eine Vergütung zu.    

Das Urheberrechtswahrnehmungsgesetz stellt dabei in § 13 Absatz 3 UrhG sicher, dass die Verwertungsgesellschaften bei ihrer Tarifgestaltung und bei der Einziehung der Vergütung auf die sozialen Belange des Zahlungspflichtigen Rücksicht nehmen. 

 

Gastbeitrag einer erblindeten Kunstkennerin

Tate London: Anfassen erlaubt
Anette Bach

Ist Kunst zu begreifen?

Eine Rodin-Ausstellung im Folkwang-Museum in Essen! Für mich ein Ereignis! Die Jahre meines Lebens, in denen ich sehen konnte, waren geprägt von Freude und Interesse an der Kunst. Ich habe das Zeichnen geliebt, aber auch Gemälde und die Bildhauerei. Auch wenn ich nicht mehr sehen kann, hat sich mein Interesse für, ich würde sogar sagen, mein Bedürfnis nach Kunst nicht geändert. Also fahre ich nach Essen. An Rodins Werke kann ich mich gut erinnern. Der berühmte „Denker“, „Die Bürger von Calais“ und erst „Der KUSS“. Was würde die Ausstellung bringen? Frust pur! Ich durfte nichts anfassen.

Ich mochte es gar nicht glauben. Was konnte ich an Steinskulpturen zerstören, wenn ich sie nur mit meinen Händen berührte? Auch durch ein aufgelegtes Seidentuch durfte ich nichts anfassen. Ich habe gebeten, geschimpft, argumentiert. Die saure Luft des Ruhrgebietes, die Fliegen, Spinnen und Staub würden sicher eine größere Bedrohung für die Unversehrtheit des Kunstwerks bedeuten. Nichts zu machen!

Ich finde, so geht das nicht! Auch ich weiß natürlich, dass es nicht vernünftig wäre, alle Museums- und Ausstellungsinhalte für jede tastende Hand freizugeben. Aber es ist viel mehr möglich, als zugestanden wird. Sicher, es ist mir oft gelungen, Führungen zu organisieren, bei denen dann am Ende doch die Vitrinen geöffnet oder die Begrenzungsgitter beiseitegeschoben wurden. Aber das war immer Glücksache und abhängig vom guten Willen und der Eigenmächtigkeit des jeweiligen Führers. Ich wünsche mir ein Umdenken. Alle Aussteller sollten verpflichtet sein, sehgeschädigten Menschen ihre Ausstellung zugänglich zu machen. Dafür gibt es Konzepte und weitere können entwickelt werden. Aussteller sollten schlagende Argumente haben müssen, für das, was nicht möglich ist. So etwas wird es immer geben, aber es darf nicht passieren, dass wir in die Rolle der Bittsteller, Überreder oder Krawallmacher gezwungen werden, die etwas angeblich Unmögliches fordem.

Wenn einmal eine gute Fee bei mir vorbeikäme, würde ich mir wünschen, dass vielleicht jedes Bundesland eine Einrichtung schafft, die vollgestopft ist mit Modellen. Es gibt so viele herrliche, spannende und unglaubliche Dinge, die Menschen geschaffen haben: Die Bauten der Inkas, den Taj Mahal, die Oper in Sydney oder die Elbphilharmonie. Selbst wenn ich überall hinfahren könnte und es mir erlaubt wäre, alles zu begehen, zu berühren, so würde sich doch das meiste nicht erschließen. Den David, den Michelangelo geschaffen hat, würde ich nicht mal erkennen, wenn ich auf dem fünf Meter hohen Marmorgebilde herumklettern dürfte.

Modelle herzustellen, ist in Zeiten von Scannern und 3D-Druckern wohl nur noch eine Frage des Wollens.

Bei mir klingelt es. Kommen Feen durch die Haustür?

Zur Autorin 
Anette Bach leitet im DVBS die Bezirksgruppe Hessen. 

Die 66-Jährige organisiert mit dem Leitungsteam regelmäßig Veranstaltungen zu aktuellen Themen und Ausflüge, deren Termine unter dvbs-online.de veröffentlicht werden und die auch interessierten Gästen offen stehen.

Der Beitrag wurde erstmals veröffentlicht in der Horus 2/2018 / Zugängliche Kultur – Marburger Beiträge zur Integration Blinder und Sehbehinderter. Die Veröffentlichung hier erfolgte mit freundlicher Genehmigung der Autorin.

Auszeichnung durch den Bundespräsidenten Frank Walter Steinmeier

Ich freue mich, daß heute meine Initiative #goinclusive auch von ganz oben, also vom Bundespräsidenten anerkannt wird und ausgezeichnet wurde.

Gutes Design, gute Architektur, gute Wissensvermittlung ist immer für ALLE Anwender verständlich und nutzbar. Dazu haben wir (schweizergestaltung, Werk5 und ich) uns zusammengeschlossen und beraten und unterstützen Unternehmen, Designer, Museen, Institutionen, Produkthersteller und die Politik dabei, diese Aspekte ohne ästhetische oder inhaltliche Abstriche umzusetzen.

Auszeichnung: ausgezeichnete orte

Alternativen zu Mondpreisen in der Hilfsmittelbranche sind in Sicht

Günstige Produkte die mehr können oder preiswerter sind, als die aus dem Hilfsmittelkatalog der deutschen Krankenkassen, könnten die Welt der blinden Verbraucher verändern.

Es gibt unendlich viele Dinge, die dringend besser werden müssen und der Aufwand dafür ist teils sehr groß. Die Hilfsmittelindustrie, allen voran die Braillezeilenhersteller, sind in der Steinzeit stehen geblieben, sowohl technisch als auch von der Haltung. Die Geräte sind so unerträglich schlecht, dass in fast allen Fällen nicht einmal die Vertreter der Hersteller sie bedienen können. Schulungen und Unterricht über Tage und Wochen sind nötig um eine einfache Textverarbeitung zu verstehen – ganz zu Schweigen vom ganzen System.
Heute gibt es Bedienkonzepte, die dem komplementär entgegenstehen. Diese könnten ganz besonders für sinneingeschränkte Nutzer nützlich sein. Aber man muss dafür kluge Leuteinterdisziplinär zusammenbringen und wirklich neu denken können und wollen.
Wir, Sie und die blinden Nutzer können daran etwas ändern. Wir recherchieren seit einiger Zeit im Ausland nach Alternativen, nach preisgünstigeren und besseren Hilfsmitteln. Die folgenden vorgestellten Beispiele sind ein Anfang um auf das Problem aufmerksam zu machen.

Die Probleme heute

Die Krankenkassen und damit das Sozialsystem werden geschröpft, um veraltete Technik zu überhöhten Preisen an blinde Menschen zu verkaufen, die dringend bessere, zeitgemäßere Produkte brauchen, um mit der Gesellschaft Schritt halten zu können.  Durch die hohen Preise werden die wenigen verfügbaren Hilfsmittel auch nur sehr sparsam an Menschen mit dringendem Bedarf abgegeben. Es findet wegen der zufriedenen Sättigung der Hilfsmittelbranche kaum Forschung und Entwicklung statt. ZB wurden aber 10 Millionen staatliche Fördergelder in aussichtslose Produkte wie Hyperbraille gesteckt, die einzig die Finanzierung veralteter Systeme bezwecken. 

Am hiesigen Hilfsmittelmarkt wird sich nichts ändern solange auch die Krankenkassen beliebige Mondpreise zahlen. Ein gutes Beispiel: Der Einkaufsfuchs. 3.600 € für ein Gerät das nicht wirklich mehr kann als ein iPhone mit einer entsprechenden Apps. Gewöhnliche Hardwareanbieter stellen auf Nachfrage fest, dass für einen Bildschirm, der für 115 € im Einkauf zu haben ist, der Hilfsmittelanbieter 780 € in Rechnung stellt. Oder für eine Großschrift-Tastatur die er für 15 € einkauft veranschlagt er 85 €.  Eine Motorrad-Laderampe für 100€ wird als Rollstuhlhilfsmittel für knapp 800€ verkauft.

Abhilfe

Die Krankenkassen müssen selbst die Preise hinterfragen und Abteilungen mit Experten in eigener Sache einrichten, die Entwicklungen recherchieren, fördern und lenken. Dadurch können leicht hunderte Millionen Euro gespart werden und die Menschen besser versorgt werden.

Positive Zeichen der Veränderung

Hilfsmittel von VisionAid aus England z. B. ein Bildschirmlesegerät mit mehr Funktionen als das, was es auf dem deutschen Markt gibt kostet 1.000 anstatt 2.000 €. Deren mobile Lupe mit bis zu 20-facher Vergrößerung, 200 €. Eine Tageslichtleuchte mit verschiedenen Farbtemperaturen und Einstellungsmöglichkeiten für 115 €. Das sind konventionelle Hilfsmittel mit gleicher oder höherer Qualität, die die Hälfte dessen kosten, was deutsche Firmen dafür verlangen. Bei der Lupe aus England kann man „sogar“ den Akku im Internet nachbestellen und selbst tauschen. Auf die Idee kommt auch kein deutscher Hersteller.

Die Entwicklung von BristolBraille, der 8-zeilige Canute für unter 2.000€, und natürlich der OrbitReader20 des APH für etwa 500€ ist bahnbrechend und wird in Deutschland hoffentlich den Markt verändern, denn eine einzeilige Braille-Zeile mit 40 oder 80 Zeichen, für 5.000 bis 12.000 €, auf Basis einer seit 30 Jahren unveränderten Technik ist reine Bereicherung des Herstellers und Händlers.

Was sind rote Zugänge? Lernen Sie mit und helfen Sie mit.

Screen-Shot Wheelmap

Design for All, das bedeutet schlicht Nutzbarkeit von Design, Produkten und Architektur. Man denkt, das sei Standard, aber weit gefehlt! Nicht jeder Kreative und Architekt denkt an alle Nutzer. So kann man auf der Wheelmap sehen, welche Orte nicht für → alte Menschen, → Kinderwagen, → Lieferanten und → Rollstuhlfahrende geeignet sind. Zum Glück sieht man auch die, die erreichbar sind. Das ist der Sinn der Wheelmap. Darunter sind auch so existenzielle Orte wie → Schulen, → Supermärkte, → Ärzte und → Behörden.

Was Layouter bzw. Editorial-Designer und Web-Designer falsch machen können

Eigentlich ist es ganz einfach. Aber leider nur, wenn der/die Layouter bzw. Editorial- oder Web-Designer von Anfang an, also beim Aufbau des Dokuments fünf simple Regeln beachten. Wenn sie das nicht tun, dann wird es praktisch unmöglich (weil beinahe unbezahlbar) hinterher ein PDF, ein Ebook oder eine Website barrierefrei zu machen.

Barrierefreie Layouts für E-Books und Websites haben

  1. einen konsequent strukturierten Inhalt,
  2. eine logische Lesereihenfolge je Seite und insgesamt,
  3. eine klare und beschreibende Sprache,
  4. Als Alternative zum Visuellen beschreibende Alternativtexte für Bilder und Grafiken,
  5. Metadaten mit Informationen über das Buch bzw. die Website.

Diese fünf Richtlinien sind schon lange internationaler Standard und jede Layoutsoftware bietet diese Möglichkeiten an. Dieser Standard bildet die  Bedingung und Grundlage für barrierefreie elektronische Publikationen. Er ist auch die Voraussetzung für die allgemeine Flexibilität von E-Books und ihre Weiterverwertung in anderen Medien und Kanälen. Die Kosten für die Weiterverwertung eines einmal korrekt aufgebauten Inhalts als App, Website, Ebook sind nur noch ein Bruchteil bzw. gehen bei Verwendung entsprechender Exporte gegen Null. Außerdem wird erst dadurch seheingeschränkten Menschen möglich, Schriftart, Schriftgröße und Kontraste über das Betriebsystem oder die Viewer-Software individuell anzupassen. Blinde können sich das E-Book oder die Website von dem im Betriebsystem des Computers oder Mobile Devices enthaltenen Screen Readers vorlesen lassen und über das Inhaltsverzeichnis zu den Kapiteln und Überschriften direkt navigieren.

Machen Sie es konsequent und richtig. Das ist gutes Design, spart erhebliche Folgekosten, ist nachhaltig und schließt nicht so viele Menschen vom Konsum der Publikation aus.

Erfolgreicher Wandel zum „Museum für alle“ – Change-Management-Methoden im Museum

Vor mehr als zehn Jahren haben sich Deutschland und 158 weitere Länder mit der Unterzeichnung der UN-Behindertenrechtskonvention verpflichtet, Barrierefreiheit und Inklusion im gesellschaftlichen Leben umzusetzen. Angebote von Museen und Kultureinrichtungen gehören eindeutig dazu. Viele Museen sind mit der Umsetzung der UN-Anforderungen allerdings überfordert. Die Folge sind oft mangelhafte Ergebnisse, verschwendete Budgets und ratlose Mitarbeiter. Darum unser Vortrag:

Erfolgreicher Wandel zum „Museum für alle“
Inklusion verankern. Kollegen positiv einstellen. Mit Widerstand umgehen.

Viele gute Gründe sprechen für die Inklusion im Museum. Doch lässt sie sich nur umsetzen, wenn alle Kollegen das Ziel, den Weg und ihren Platz darin erkennen und unterstützen. Das Ergebnis, das „Museum für Alle“, wird mehr Motivation hervorrufen als je zuvor. Ellen Schweizer und Steffen Zimmermann von der Initiative #goinclusive zeigen in ihrem Beitrag auf, welche Möglichkeiten und Methoden es gibt, um Kolleginnen und Kollegen im Museum zu einer konstruktiven und aktiven Haltung gegenüber barrierefreien Angeboten zu bewegen.

FOCUS Logo 2018

 

 

 

 

Vortrag Change im Museum: Inklusion verankern von Steffen Zimmermann und Ellen Schweizer
Vortrag zu „Change im Museum: Inklusion verankern“ von Steffen Zimmermann und Ellen Schweizer

FOCUS: Change Management im Museum
Datum: 25.04. – 27.04.2018

Ort: Archäologisches Landesmuseum Brandenburg (Paulikloster)
Neustädtische Heidestraße 28
14776 Brandenburg an der Havel

Infos und Tickets unter www.focus-museum.de
#FocusMuseum18

Die Veranstaltungsreihe FOCUS: Museum ist ein Kooperationsprojekt des Archäologischen Landesmuseums Brandenburg und des gemeinnützigen Fördervereins Freunde des Archäologischen Landesmuseums Brandenburg e.V. (FALB).

Wie Unternehmen und Verbände Design-Thinking-Grundsätze nutzen können, um den individuellen Bedürfnissen der Nutzer gerecht zu werden

Barrierefreies Design ermöglicht es Menschen mit Behinderungen, sich auch mit digitalen Produkten und Dienstleistungen auseinanderzusetzen. Frank Klassen, CEO von Brightfind, erklärt, wie Unternehmen und Verbände Design Thinking Grundsätze nutzen können, um den individuellen Bedürfnissen der Nutzer gerecht zu werden.

Warum sollten Unternehmen digitale Barrierefreiheit im Auge behalten?

Einer von fünf Menschen in den Vereinigten Staaten hat irgend eine Art Zugangsproblem, wie z.B. eine Hör- oder Sehschwäche. Wenn Unternehmen und Verbände digitale Inhalte besser zugänglich machen, besteht eine größere Chance, die Marktdurchdringung zu erhöhen. Das dürfte ein valider Anreiz sein, Barrierefreiheit im Auge zu behalten.

Es ist auch wichtig, dass Unternehmen, die Design Thinking als Ansatz für die Entwicklung und Verbreitung neuer Produkte und Dienstleistungen verstehen, sicherstellen, dass Teilnehmer, die Zugangsprobleme haben, in den Design Thinking Ansatz einbezogen werden.

Was bedeutet es, Design Thinking auf Barrierefreiheit anzuwenden?

Design Thinking umfasst sieben Grundprinzipien: nutzerzentriert, kollaborativ, iterativ, ganzheitlich, optimistisch, experimentell und erfahrungsorientiert. Wenn Sie über jede dieser Prinzipien nachdenken, können Sie sich leicht vorstellen, wie sich Barrierefreiheit darauf auswirken kann. Barrierefreiheit ist ein sehr benutzerzentriertes Konzept – es umfasst alle Benutzer, einschließlich derjenigen ohne und mit Behinderungen.

Barrierefreiheit basiert auch auf der Idee, dass jeder die Möglichkeit haben sollte, von einem Produkt oder einer Dienstleistung Gebrauch zu machen. Wir sollten daher sicherstellen, dass jede digitale Nutzung in der Tat eine positive und nützliche Erfahrung für alle Lebensumstände und Publikumsmerkmale bereit hält.

Wo sehen Sie Chancen für Unternehmen, sich zu verbessern oder zu entwickeln?

Beim Design Thinking geht alles nur darum, Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln, die so optimiert sind, dass sie den Bedürfnissen Aller gerecht werden. Organisationen können den Wert bestehender Produkte und Dienstleistungen verbessern, indem sie alle Kundengruppen und deren Bedürfnisse berücksichtigen.

Wenn Wachstum ein Schlüsselelement Ihres strategischen Plans ist, dann sollten Unternehmen Barrierefreiheit in die Gleichung für den Wertbeitrag aufnehmen.

 

Talking Tech: Design Thinking for Accessibility

Das Museum für Alle ist für uns Alle

Was alles möglich ist, ist fast unbeschreiblich viel.  Aber nehmen Sie den Druck raus und fangen Sie mit dem an, was am schnellsten, preiswertesten und effektivsten ist. Pflanzen Sie den Inklusionsgedanken und lassen Sie ihn bei jedem Planungs- und Veränderungsgespräch, bei jedem Umbau und Aufbau von Anfang an einfließen. Es gibt Maßnahmen an allen Enden: Manche Museen bieten gern spontan die Begleitung eines fachkundigen Mitarbeiters an. Dazu einen Satz gefühlsechte Handschuhe für den Besucher, wenn es sich um besonders empfindliche Exponate handelt. Man darf dann als Blinder auch Absperrungen öffnen und an viele Exponate rangehen. Von ausgewählten Gemälden werden Reliefs oder haptisch selbsterklärende Umsetzungen angeboten, von Skulpturen Abgüsse und von Großexponaten Modelle. Ein Museumsführer und das Orientierungs- und Beschriftungssystem wird zusätzlich in Blindenschrift angefertigt. Taktile und gerne auch zusätzlich optische Bodenleitsysteme ersetzen Wegweiser für einen Rundgang zu den wichtigsten oder allen relevanten Exponaten.  Vielleicht werden für manche Exponate Erklärende taktile Grafiken in einer schicken Umhängetasche zusammen mit dem Audioguide für Blinde und Sehbehinderte angeboten.

Die Museumsmesse Focus zum „Museum für Alle“

 

Der unsichtbare Aufzug