Senatsverwaltung wertet konventionelle Ausstellung mit Mehrwert für alle auf

Ein Buch mit einfachen Texten, Punktschrift und großartigen Grafiken, taktil umgesetzt

Unter dem Titel „natürlich Berlin!“ wurde heute eine Ausstellung eröffnet, die zunächst konventionell gedacht war.

Die Ausstellung zu erweitern um sie auch Kindern ab Klasse 5, Menschen mit schlechtem Sehvermögen, blinden Menschen, Menschen in Eile und Touristen zugänglich zu machen, wurde spät beschlossen – aber nicht zu spät. Dafür habe ich folgende Maßnahmen als Mehrwert für Alle getroffen.

Mehrwert-Exponat einfach und taktil
Ein Mehrwert-Exponat: Das inklusive Ausstellungsbuch, macht die Ausstellung um vieles reicher und verständlicher.

Wir haben für alle Ausstellungsbesucher als Ergänzung ein inklusives Mehrwert-Modul entwickelt:

  • Alle Texte und Bilder der 30 Ausstellungstafeln sind nun auch digital auf dem Smartphone über QR-Codes abrufbar. Das bedeutet man kann sie (ob einfach lesefaul, sehschwach oder blind) dort per Screenreader vorlesen lassen oder auch  groß zoomen. Sogar für jedes Bild der Ausstellung bekommt man dort auch eine Audiodeskription, die die Bilder für Blinde beschreibt.
  • Alle diese ausführlichen Texte liegen zusätzlich vollständig auch in einem Textbuch in Braille-Punktschrift vor. Dieses ist in das Mehrwert-Modul integriert.
  • 32% ALLER BESUCHER, also knapp ein Drittel, bevorzugen laut einer Studie unter Museumsbesuchern einfache Sprache, ohne Fremdworte und mit kurzen Sätzen. Das sind Touristen, Kinder und Menschen mit Lernschwierigkeiten oder einfacher Bildung, oder auch einfach Besucher mit begrenzter Zeit. Für jedes der sechs Themen der Ausstellung haben wir dafür eigens neu geschriebene Übersichtstexte in einem inklusiven Ausstellungsbuch abgedruckt – natürlich inklusive Punktschrift. Die Texte sind in einer Sprache gehalten, die Laien, Kinder an Klasse 5 und Nicht-Muttersprachler besser verstehen.
  • Zu jedem Thema haben wir außerdem einen beispielhaften Aspekt in inklusive Grafiken umgesetzt. Unterhaltend und anschaulich. Die Grafiken sind aufwändig blindenpädagogisch korrekt aufbereitet und mit einer relativ neuen Drucktechnik erstellt, die sie taktil lesbar macht.

Das inklusive Buch dient so auch für Sehende als Ergänzungs-Exponat mit Mehrwert, das den Wissenstransfer der ganzen Ausstellung für alle bereichert.

Das Modul ergänzt und erweitert die Ausstellung um barrierefreie Inhalte, die für alle Besucher einen einfacheren Zugang bieten.
Das Modul ergänzt und erweitert die Ausstellung um barrierefreie Inhalte, die für alle Besucher einen einfacheren Zugang bieten.
Entstehung des Urstromtals um Berlin
Entstehung des Urstromtals um Berlin durch Gletschermassen in der Eiszeit.
Ein Buch, das die kompletten Ausstellungstexte der 30 Tafeln in Braille-Punktschrift beinhaltet.
Ein Buch, das die kompletten Ausstellungstexte der 30 Tafeln in Braille-Punktschrift beinhaltet.

Die Ausstellung ist bis Mitte Dezember an ihrer ersten Station:
Gemeinschaftshaus Gropiusstadt, Bat-Yam-Platz 1, Direkt am Bahnhof Lipschitzallee der U7
Dienstag bis Samstag, 10 bis 20 Uhr.

Die Ausstellung, insbesondere der inklusive Teil, kann an Institutionen, Bibliotheken und Schulen verliehen werden. Ansprechpartnerin ist Frau Müller vom Freilandlabor Britz.

Kopien von urheberrechtlich geschützten Werken

Zugang zu urheberrechtlich geschützten Werken       

Über die Frage, in welcher Form urheberrechtlich geschützte Werke (z. B. Bücher, Filme etc.) vervielfältigt und verbreitet werden, entscheidet der Urheber/die Urheberin bzw. der Rechteinhaber/die Rechteinhaberin. 

Es war deshalb nicht immer möglich, urheberrechtlich geschützte Texte z. B. auch in Blindenschrift zur Verfügung zu stellen. 

§ 45a UrhG ermöglicht Menschen mit Behinderungen deshalb seit dem 13. September 2003 den erlaubnisfreien Zugang zu urheberrechtlich geschützten Werken.

Können sie ein Werk sinnlich nicht wahrnehmen, so erlaubt es diese Vorschrift, das Werk in eine andere Wahrnehmungsform zu übertragen. 

Konkret bedeutet dies, dass beispielsweise Werke der Literatur für blinde Menschen auf Tonträger aufgenommen oder in Blindenschrift übertragen werden dürfen.  

Auch die Weitergabe an andere behinderte Menschen ist zulässig, wenn damit keine kommerziellen Interessen verfolgt werden. 

Zum Ausgleich für diese Nutzung steht dem Urheber eine Vergütung zu.    

Das Urheberrechtswahrnehmungsgesetz stellt dabei in § 13 Absatz 3 UrhG sicher, dass die Verwertungsgesellschaften bei ihrer Tarifgestaltung und bei der Einziehung der Vergütung auf die sozialen Belange des Zahlungspflichtigen Rücksicht nehmen. 

 

Gastbeitrag einer erblindeten Kunstkennerin

Tate London: Anfassen erlaubt
Anette Bach

Ist Kunst zu begreifen?

Eine Rodin-Ausstellung im Folkwang-Museum in Essen! Für mich ein Ereignis! Die Jahre meines Lebens, in denen ich sehen konnte, waren geprägt von Freude und Interesse an der Kunst. Ich habe das Zeichnen geliebt, aber auch Gemälde und die Bildhauerei. Auch wenn ich nicht mehr sehen kann, hat sich mein Interesse für, ich würde sogar sagen, mein Bedürfnis nach Kunst nicht geändert. Also fahre ich nach Essen. An Rodins Werke kann ich mich gut erinnern. Der berühmte „Denker“, „Die Bürger von Calais“ und erst „Der KUSS“. Was würde die Ausstellung bringen? Frust pur! Ich durfte nichts anfassen.

Ich mochte es gar nicht glauben. Was konnte ich an Steinskulpturen zerstören, wenn ich sie nur mit meinen Händen berührte? Auch durch ein aufgelegtes Seidentuch durfte ich nichts anfassen. Ich habe gebeten, geschimpft, argumentiert. Die saure Luft des Ruhrgebietes, die Fliegen, Spinnen und Staub würden sicher eine größere Bedrohung für die Unversehrtheit des Kunstwerks bedeuten. Nichts zu machen!

Ich finde, so geht das nicht! Auch ich weiß natürlich, dass es nicht vernünftig wäre, alle Museums- und Ausstellungsinhalte für jede tastende Hand freizugeben. Aber es ist viel mehr möglich, als zugestanden wird. Sicher, es ist mir oft gelungen, Führungen zu organisieren, bei denen dann am Ende doch die Vitrinen geöffnet oder die Begrenzungsgitter beiseitegeschoben wurden. Aber das war immer Glücksache und abhängig vom guten Willen und der Eigenmächtigkeit des jeweiligen Führers. Ich wünsche mir ein Umdenken. Alle Aussteller sollten verpflichtet sein, sehgeschädigten Menschen ihre Ausstellung zugänglich zu machen. Dafür gibt es Konzepte und weitere können entwickelt werden. Aussteller sollten schlagende Argumente haben müssen, für das, was nicht möglich ist. So etwas wird es immer geben, aber es darf nicht passieren, dass wir in die Rolle der Bittsteller, Überreder oder Krawallmacher gezwungen werden, die etwas angeblich Unmögliches fordem.

Wenn einmal eine gute Fee bei mir vorbeikäme, würde ich mir wünschen, dass vielleicht jedes Bundesland eine Einrichtung schafft, die vollgestopft ist mit Modellen. Es gibt so viele herrliche, spannende und unglaubliche Dinge, die Menschen geschaffen haben: Die Bauten der Inkas, den Taj Mahal, die Oper in Sydney oder die Elbphilharmonie. Selbst wenn ich überall hinfahren könnte und es mir erlaubt wäre, alles zu begehen, zu berühren, so würde sich doch das meiste nicht erschließen. Den David, den Michelangelo geschaffen hat, würde ich nicht mal erkennen, wenn ich auf dem fünf Meter hohen Marmorgebilde herumklettern dürfte.

Modelle herzustellen, ist in Zeiten von Scannern und 3D-Druckern wohl nur noch eine Frage des Wollens.

Bei mir klingelt es. Kommen Feen durch die Haustür?

Zur Autorin 
Anette Bach leitet im DVBS die Bezirksgruppe Hessen. 

Die 66-Jährige organisiert mit dem Leitungsteam regelmäßig Veranstaltungen zu aktuellen Themen und Ausflüge, deren Termine unter dvbs-online.de veröffentlicht werden und die auch interessierten Gästen offen stehen.

Der Beitrag wurde erstmals veröffentlicht in der Horus 2/2018 / Zugängliche Kultur – Marburger Beiträge zur Integration Blinder und Sehbehinderter. Die Veröffentlichung hier erfolgte mit freundlicher Genehmigung der Autorin.

Auszeichnung durch den Bundespräsidenten Frank Walter Steinmeier

Ich freue mich, daß heute meine Initiative #goinclusive auch von ganz oben, also vom Bundespräsidenten anerkannt wird und ausgezeichnet wurde.

Gutes Design, gute Architektur, gute Wissensvermittlung ist immer für ALLE Anwender verständlich und nutzbar. Dazu haben wir (schweizergestaltung, Werk5 und ich) uns zusammengeschlossen und beraten und unterstützen Unternehmen, Designer, Museen, Institutionen, Produkthersteller und die Politik dabei, diese Aspekte ohne ästhetische oder inhaltliche Abstriche umzusetzen.

Auszeichnung: ausgezeichnete orte

Alternativen zu Mondpreisen in der Hilfsmittelbranche sind in Sicht

Günstige Produkte die mehr können oder preiswerter sind, als die aus dem Hilfsmittelkatalog der deutschen Krankenkassen, könnten die Welt der blinden Verbraucher verändern.

Es gibt unendlich viele Dinge, die dringend besser werden müssen und der Aufwand dafür ist teils sehr groß. Die Hilfsmittelindustrie, allen voran die Braillezeilenhersteller, sind in der Steinzeit stehen geblieben, sowohl technisch als auch von der Haltung. Die Geräte sind so unerträglich schlecht, dass in fast allen Fällen nicht einmal die Vertreter der Hersteller sie bedienen können. Schulungen und Unterricht über Tage und Wochen sind nötig um eine einfache Textverarbeitung zu verstehen – ganz zu Schweigen vom ganzen System.
Heute gibt es Bedienkonzepte, die dem komplementär entgegenstehen. Diese könnten ganz besonders für sinneingeschränkte Nutzer nützlich sein. Aber man muss dafür kluge Leuteinterdisziplinär zusammenbringen und wirklich neu denken können und wollen.
Wir, Sie und die blinden Nutzer können daran etwas ändern. Wir recherchieren seit einiger Zeit im Ausland nach Alternativen, nach preisgünstigeren und besseren Hilfsmitteln. Die folgenden vorgestellten Beispiele sind ein Anfang um auf das Problem aufmerksam zu machen.

Die Probleme heute

Die Krankenkassen und damit das Sozialsystem werden geschröpft, um veraltete Technik zu überhöhten Preisen an blinde Menschen zu verkaufen, die dringend bessere, zeitgemäßere Produkte brauchen, um mit der Gesellschaft Schritt halten zu können.  Durch die hohen Preise werden die wenigen verfügbaren Hilfsmittel auch nur sehr sparsam an Menschen mit dringendem Bedarf abgegeben. Es findet wegen der zufriedenen Sättigung der Hilfsmittelbranche kaum Forschung und Entwicklung statt. ZB wurden aber 10 Millionen staatliche Fördergelder in aussichtslose Produkte wie Hyperbraille gesteckt, die einzig die Finanzierung veralteter Systeme bezwecken. 

Am hiesigen Hilfsmittelmarkt wird sich nichts ändern solange auch die Krankenkassen beliebige Mondpreise zahlen. Ein gutes Beispiel: Der Einkaufsfuchs. 3.600 € für ein Gerät das nicht wirklich mehr kann als ein iPhone mit einer entsprechenden Apps. Gewöhnliche Hardwareanbieter stellen auf Nachfrage fest, dass für einen Bildschirm, der für 115 € im Einkauf zu haben ist, der Hilfsmittelanbieter 780 € in Rechnung stellt. Oder für eine Großschrift-Tastatur die er für 15 € einkauft veranschlagt er 85 €.  Eine Motorrad-Laderampe für 100€ wird als Rollstuhlhilfsmittel für knapp 800€ verkauft.

Abhilfe

Die Krankenkassen müssen selbst die Preise hinterfragen und Abteilungen mit Experten in eigener Sache einrichten, die Entwicklungen recherchieren, fördern und lenken. Dadurch können leicht hunderte Millionen Euro gespart werden und die Menschen besser versorgt werden.

Positive Zeichen der Veränderung

Hilfsmittel von VisionAid aus England z. B. ein Bildschirmlesegerät mit mehr Funktionen als das, was es auf dem deutschen Markt gibt kostet 1.000 anstatt 2.000 €. Deren mobile Lupe mit bis zu 20-facher Vergrößerung, 200 €. Eine Tageslichtleuchte mit verschiedenen Farbtemperaturen und Einstellungsmöglichkeiten für 115 €. Das sind konventionelle Hilfsmittel mit gleicher oder höherer Qualität, die die Hälfte dessen kosten, was deutsche Firmen dafür verlangen. Bei der Lupe aus England kann man „sogar“ den Akku im Internet nachbestellen und selbst tauschen. Auf die Idee kommt auch kein deutscher Hersteller.

Die Entwicklung von BristolBraille, der 8-zeilige Canute für unter 2.000€, und natürlich der OrbitReader20 des APH für etwa 500€ ist bahnbrechend und wird in Deutschland hoffentlich den Markt verändern, denn eine einzeilige Braille-Zeile mit 40 oder 80 Zeichen, für 5.000 bis 12.000 €, auf Basis einer seit 30 Jahren unveränderten Technik ist reine Bereicherung des Herstellers und Händlers.

Was sind rote Zugänge? Lernen Sie mit und helfen Sie mit.

Screen-Shot Wheelmap

Design for All, das bedeutet schlicht Nutzbarkeit von Design, Produkten und Architektur. Man denkt, das sei Standard, aber weit gefehlt! Nicht jeder Kreative und Architekt denkt an alle Nutzer. So kann man auf der Wheelmap sehen, welche Orte nicht für → alte Menschen, → Kinderwagen, → Lieferanten und → Rollstuhlfahrende geeignet sind. Zum Glück sieht man auch die, die erreichbar sind. Das ist der Sinn der Wheelmap. Darunter sind auch so existenzielle Orte wie → Schulen, → Supermärkte, → Ärzte und → Behörden.

Was Layouter bzw. Editorial-Designer und Web-Designer falsch machen können

Eigentlich ist es ganz einfach. Aber leider nur, wenn der/die Layouter bzw. Editorial- oder Web-Designer von Anfang an, also beim Aufbau des Dokuments fünf simple Regeln beachten. Wenn sie das nicht tun, dann wird es praktisch unmöglich (weil beinahe unbezahlbar) hinterher ein PDF, ein Ebook oder eine Website barrierefrei zu machen.

Barrierefreie Layouts für E-Books und Websites haben

  1. einen konsequent strukturierten Inhalt,
  2. eine logische Lesereihenfolge je Seite und insgesamt,
  3. eine klare und beschreibende Sprache,
  4. Als Alternative zum Visuellen beschreibende Alternativtexte für Bilder und Grafiken,
  5. Metadaten mit Informationen über das Buch bzw. die Website.

Diese fünf Richtlinien sind schon lange internationaler Standard und jede Layoutsoftware bietet diese Möglichkeiten an. Dieser Standard bildet die  Bedingung und Grundlage für barrierefreie elektronische Publikationen. Er ist auch die Voraussetzung für die allgemeine Flexibilität von E-Books und ihre Weiterverwertung in anderen Medien und Kanälen. Die Kosten für die Weiterverwertung eines einmal korrekt aufgebauten Inhalts als App, Website, Ebook sind nur noch ein Bruchteil bzw. gehen bei Verwendung entsprechender Exporte gegen Null. Außerdem wird erst dadurch seheingeschränkten Menschen möglich, Schriftart, Schriftgröße und Kontraste über das Betriebsystem oder die Viewer-Software individuell anzupassen. Blinde können sich das E-Book oder die Website von dem im Betriebsystem des Computers oder Mobile Devices enthaltenen Screen Readers vorlesen lassen und über das Inhaltsverzeichnis zu den Kapiteln und Überschriften direkt navigieren.

Machen Sie es konsequent und richtig. Das ist gutes Design, spart erhebliche Folgekosten, ist nachhaltig und schließt nicht so viele Menschen vom Konsum der Publikation aus.

Erfolgreicher Wandel zum „Museum für alle“ – Change-Management-Methoden im Museum

Vor mehr als zehn Jahren haben sich Deutschland und 158 weitere Länder mit der Unterzeichnung der UN-Behindertenrechtskonvention verpflichtet, Barrierefreiheit und Inklusion im gesellschaftlichen Leben umzusetzen. Angebote von Museen und Kultureinrichtungen gehören eindeutig dazu. Viele Museen sind mit der Umsetzung der UN-Anforderungen allerdings überfordert. Die Folge sind oft mangelhafte Ergebnisse, verschwendete Budgets und ratlose Mitarbeiter. Darum unser Vortrag:

Erfolgreicher Wandel zum „Museum für alle“
Inklusion verankern. Kollegen positiv einstellen. Mit Widerstand umgehen.

Viele gute Gründe sprechen für die Inklusion im Museum. Doch lässt sie sich nur umsetzen, wenn alle Kollegen das Ziel, den Weg und ihren Platz darin erkennen und unterstützen. Das Ergebnis, das „Museum für Alle“, wird mehr Motivation hervorrufen als je zuvor. Ellen Schweizer und Steffen Zimmermann von der Initiative #goinclusive zeigen in ihrem Beitrag auf, welche Möglichkeiten und Methoden es gibt, um Kolleginnen und Kollegen im Museum zu einer konstruktiven und aktiven Haltung gegenüber barrierefreien Angeboten zu bewegen.

FOCUS Logo 2018

 

 

 

 

Vortrag Change im Museum: Inklusion verankern von Steffen Zimmermann und Ellen Schweizer
Vortrag zu „Change im Museum: Inklusion verankern“ von Steffen Zimmermann und Ellen Schweizer

FOCUS: Change Management im Museum
Datum: 25.04. – 27.04.2018

Ort: Archäologisches Landesmuseum Brandenburg (Paulikloster)
Neustädtische Heidestraße 28
14776 Brandenburg an der Havel

Infos und Tickets unter www.focus-museum.de
#FocusMuseum18

Die Veranstaltungsreihe FOCUS: Museum ist ein Kooperationsprojekt des Archäologischen Landesmuseums Brandenburg und des gemeinnützigen Fördervereins Freunde des Archäologischen Landesmuseums Brandenburg e.V. (FALB).

Wie Unternehmen und Verbände Design-Thinking-Grundsätze nutzen können, um den individuellen Bedürfnissen der Nutzer gerecht zu werden

Barrierefreies Design ermöglicht es Menschen mit Behinderungen, sich auch mit digitalen Produkten und Dienstleistungen auseinanderzusetzen. Frank Klassen, CEO von Brightfind, erklärt, wie Unternehmen und Verbände Design Thinking Grundsätze nutzen können, um den individuellen Bedürfnissen der Nutzer gerecht zu werden.

Warum sollten Unternehmen digitale Barrierefreiheit im Auge behalten?

Einer von fünf Menschen in den Vereinigten Staaten hat irgend eine Art Zugangsproblem, wie z.B. eine Hör- oder Sehschwäche. Wenn Unternehmen und Verbände digitale Inhalte besser zugänglich machen, besteht eine größere Chance, die Marktdurchdringung zu erhöhen. Das dürfte ein valider Anreiz sein, Barrierefreiheit im Auge zu behalten.

Es ist auch wichtig, dass Unternehmen, die Design Thinking als Ansatz für die Entwicklung und Verbreitung neuer Produkte und Dienstleistungen verstehen, sicherstellen, dass Teilnehmer, die Zugangsprobleme haben, in den Design Thinking Ansatz einbezogen werden.

Was bedeutet es, Design Thinking auf Barrierefreiheit anzuwenden?

Design Thinking umfasst sieben Grundprinzipien: nutzerzentriert, kollaborativ, iterativ, ganzheitlich, optimistisch, experimentell und erfahrungsorientiert. Wenn Sie über jede dieser Prinzipien nachdenken, können Sie sich leicht vorstellen, wie sich Barrierefreiheit darauf auswirken kann. Barrierefreiheit ist ein sehr benutzerzentriertes Konzept – es umfasst alle Benutzer, einschließlich derjenigen ohne und mit Behinderungen.

Barrierefreiheit basiert auch auf der Idee, dass jeder die Möglichkeit haben sollte, von einem Produkt oder einer Dienstleistung Gebrauch zu machen. Wir sollten daher sicherstellen, dass jede digitale Nutzung in der Tat eine positive und nützliche Erfahrung für alle Lebensumstände und Publikumsmerkmale bereit hält.

Wo sehen Sie Chancen für Unternehmen, sich zu verbessern oder zu entwickeln?

Beim Design Thinking geht alles nur darum, Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln, die so optimiert sind, dass sie den Bedürfnissen Aller gerecht werden. Organisationen können den Wert bestehender Produkte und Dienstleistungen verbessern, indem sie alle Kundengruppen und deren Bedürfnisse berücksichtigen.

Wenn Wachstum ein Schlüsselelement Ihres strategischen Plans ist, dann sollten Unternehmen Barrierefreiheit in die Gleichung für den Wertbeitrag aufnehmen.

 

Talking Tech: Design Thinking for Accessibility