Untersuchungen zeigen, dass inklusives Design die Kundenreichweite um das Vierfache steigern kann

Studien, die vom Centre for Inclusive Design in Zusammenarbeit mit Adobe und Microsoft durchgeführt wurden, haben ergeben, dass Produkte und Dienstleistungen, die auf die gesamte Breite der Bedürfnisse von Menschen zugeschnitten sind, das Vierfache der Zahl der Nutzer erreichen können.

Inklusionsdenken früh in die Konzeptphase einbeziehen, verhindert Kosten

Um die Bedeutung von Inclusive Design zu unterstreichen, hat das Centre for Inclusive Design in Zusammenarbeit mit Adobe und Microsoft den Bericht „The Benefit of Designing for Everyone“ in Auftrag gegeben, der von PwC durchgeführt wurde. Dem Bericht zufolge werden Menschen, die Schwierigkeiten beim Zugang zu oder der Nutzung von Produkten und Dienstleistungen haben, oft nicht in den Designprozess einbezogen. Dies kann dazu führen, dass ein erheblicher Prozentsatz der Bevölkerung außer Acht gelassen wird, ebenso wie kostspielige Nachrüstungen für Produkte und Dienstleistungen, die bis zu 10.000 mal so hoch sein können wie die Kosten für die frühzeitige Einführung von Inclusive Design.

Antrieb für die Gesellschaft

Untersucht wurde in Australien. Für die Anwendung auf Deutschland können die Zahlen etwa verdreifacht werden. Die Ergebnisse des australischen Berichts zeigen, dass der australische Bildungs-, Einzelhandels- und Finanzdienstleistungssektor von der Umsetzung eines inklusiven Ansatzes im Designprozess profitieren kann. Im Bildungsbereich kann Inclusive Design zu zusätzlichen 228.000 Hochschulabschlüssen führen, die in Australien erworben würden, was wiederum zu einer Erhöhung der Beschäftigung und der Löhne um 4,5 Milliarden Dollar jährlich führen kann. Inklusive Finanzdienstleistungen können mehr als 830.000 Australiern helfen, ihre finanzielle Situation und Kompetenz zu verbessern, während im Einzelhandel ein potenzieller Umsatzanstieg von 4 Milliarden Dollar durch besser entwickelte Produkte und Dienstleistungen zu erwarten ist.

Kaufkraft 120 Milliarden

Etwa 16 Millionen Deutsche sind aufgrund des schlechten Designs nicht in der Lage, auf Produkte und Dienstleistungen zuzugreifen – doch sie verfügen über ein jährliches verfügbares Einkommen von über 120 Milliarden Euro. Diese Zahl umfasst Menschen mit einer Behinderung und ältere Menschen, aber es gibt Millionen von Bundesbürgern, die auch aufgrund von Lage, Geschlecht, ethnischer Zugehörigkeit oder finanziellem Status von Ausgrenzung bedroht sind.

Adobe und Microsoft sind weltweit führend in den Bereichen Inclusive Design und zwei der ersten Global Players, die die Bedeutung des Verständnisses der Bedürfnisse, Wünsche und Einschränkungen der Kunden im Rahmen des Designprozesses erkennen. Beide Unternehmen haben in ihren Teams Spezialisten für inklusive Designaufgaben, die für die Umsetzung und das Umdenken von Produkten verantwortlich sind.

Schlüsselwissen

Dr. Manisha Amin, CEO des Centre for Inclusive Design, sagt: „Design, das die gesamte Bandbreite der menschlichen Vielfalt in Bezug auf Fähigkeiten, Sprache, Kultur, Geschlecht, Alter und andere Formen der menschlichen Diversität berücksichtigt, bedeutet, dass mehr Menschen einbezogen werden. Wir haben die Studie in Auftrag gegeben, um die notwendigen Mittel zu identifizieren und zu bestimmen, mit denen Australien handeln kann, um diese Lücken zu schließen. Inklusive Produkte und Dienstleistungen, die auf die Bedürfnisse von Edge-Anwendern ausgerichtet sind, können die bis zu vierfache Größe der Zielgruppe erreichen und nutzen und es Unternehmen ermöglichen, ihren Umsatz durch die Vergrößerung ihrer Zielmärkte zu steigern. Designer, Unternehmen und Regierungen haben alle eine Aufgabe zu erfüllen, indem sie anders gestalten, investieren und gesetzgeberisch tätig sind, so dass ein ganzheitlicher Designprozess zur gängigen Praxis wird.“

Jeremy Thorpe, Partner und Chefökonom bei PwC, sagte: „Inklusives Design ist ein Ohne-Reue-Prozess. Es ist ein übersehener Punkt, um das Potenzial des Marktes zu maximieren und eine produktivere Gesellschaft zu gewährleisten.“

Suzanne Steele, Managing Director, Adobe Australia and New Zealand, sagte: „Die Inspiration kann von überall und von jedem kommen, und es liegt an den Unternehmen, ihren Mitarbeitern Werkzeuge zur Verfügung zu stellen, die den Entstehungsprozess verbessern und ihre Ideen zum Leben erwecken können. Durch unsere Partnerschaft mit dem Centre for Inclusive Design und Microsoft wollen wir das Bewusstsein dafür schärfen, wie wichtig es für Unternehmen ist, eine breite Palette von Stimmen und Sichtweisen in ihre Teams einzubeziehen, um die Vielfalt der Bevölkerung in ihren Produkten und Dienstleistungen widerzuspiegeln.“

David Masters, Corporate Affairs Director, Microsoft Australia, sagte: „Barrierefreiheit wird oft auf Compliance ausgerichtet, und obwohl das unglaublich wichtig ist, zeigt dieser Bericht deutlich, dass Integration auch wirtschaftlichen Nutzen bringt. Die Einbettung in die Vorentwurfsphase stellt sicher, dass Unternehmen Produkte und Dienstleistungen für alle bereitstellen. Inclusive Design treibt die Innovation bei Microsoft voran und ist ein Konzept, das von allen Unternehmen umgesetzt werden sollte.

Der Bericht analysiert drei Schlüsselindustrien – Bildung, Einzelhandel und Finanzdienstleistungen –, die von der Umsetzung eines inklusiven Designs profitieren und finanzielle, wirtschaftliche und soziale Verbesserungen bewirken können. Zu diesen Vorteilen gehört auch, dass Unternehmen die Möglichkeit haben, ihre Erträge zu steigern, indem sie ihre Zielmärkte erweitern und Menschen, die von Ausgrenzung bedroht sind, mit einem jährlichen verfügbaren Einkommen von über 120 Milliarden Euro einbeziehen.

Kontaktieren Sie mich – ich unterstütze diesen Prozess auch bei Ihnen

Ich bin für Ihre Unterstützung da. Es ist meine Aufgabe Organisationen und Branchen bei der Umsetzung von Inclusive Design zu unterstützen. Ich verfüge über eine Reihe von Beratungsdienstleistungen, um den Wandel zu unterstützen. Bitte kontaktieren Sie mich gern, um mehr zu erfahren.

ISO 30071-1 für digitale Zugangsnormen - alles, was Sie wissen müssen

Die ISO 30071-1 beschreibt Vorgaben für die Schaffung barrierefreier IKT-Produkte und -Dienstleistungen. Veröffentlicht am 28. Mai 2019, ist sie eine internationale prozessorientierte Norm, die es Unternehmen ermöglicht, Barrierefreiheitsansprüche in ihre „business as usual“-Prozesse einzubetten.

ISO 30071-1 ist die internationale Richtlinie, die Website-Betreiber während des gesamten Prozesses der Inbetriebnahme und Erstellung von Websites unterstützt.

ISO 30071-1 erstreckt sich auf alle digitalen Produkte (oder IKT-Systeme) – einschließlich Benutzerfreundlichkeit von VR/AR-Headsets, Smart Speakers, Kiosken, Bord- und In-Car-Entertainment-Systemen, Spielkonsolen, Geldautomaten und elektronischen Kassensystemen; sie berücksichtigt auch den Kontext der Verwendung dieser Produkte und was zu tun ist, wenn die unterstützenden Technologien und Zugangsrichtlinien, die normalerweise den Zugang zu digitalen Produkten ermöglichen, auf einem Gerät nicht verfügbar sind.

ISO 30071-1 beschreibt einen Prozess, um sicherzustellen, dass digitale Produkte bei der Inbetriebnahme und Wartung zugänglich sind, und verschlankt ihn in 8 Punkte, die in jede beliebige Methodik des Softwareentwicklungslebenszyklus integriert werden können, die Teams zur Erstellung ihrer Produkte verwenden.

ISO 30071-1 aktualisiert und klärt die Empfehlungen zum Zusammenhang zwischen integrativem Design und benutzerpersonalisierten Ansätzen für die Zugänglichkeit, auch wenn es darum geht, zusätzliche personalisierte Zugänglichkeitsanforderungen zu stellen.

ISO 30071-1 aktualisiert die Business Cases, um sie besser für die vielfältigen und unterschiedlichen Gesetzgebungen in verschiedenen Ländern anzupassen, die die Zugänglichkeit fördern oder vorschreiben.

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AOK Nordost baut auf Inklusion - Beratungsauftrag

Wer, wenn nicht die AOK? Alle zukünftigen Bauten und Umbauten von AOK-Beratungszentren werden erheblich barrierefreier als alle bisher. Als Berater begleite ich diese Wandlung. An jedem Ort werden zukünftig alle Aspekte von Barrierefreiheit bedacht, sachverständig diskutiert und wenn irgend möglich umgesetzt. Wir sprechen über den ganzen Kanon der Möglichkeiten barrierefreien Bauens, Gestaltens aber auch des Services. Was heute geplant wird ist in wenigen Jahren schon in über 100 Beratungszentren umgesetzt.

Ein bundesweit einzigartiges Projekt wird das „Centrum für Gesundheit“ in der Berliner Müllerstraße. Dieses Ärzte- und Beratungshaus wird – getragen vom Vorstand – als Leuchturmprojekt für Inklusion und Barrierefreiheit ausgeführt. 

Hier zahlt sich aus, als Berater so früh wie möglich in die Projekte eingebunden zu werden. Die frühe Planungsphase der Architekten und Innenarchitekten und der Grafiker ist der beste Einstiegszeitpunkt. Hier kann noch ohne Mehrkosten das Denken in die richtige Richtung gelenkt werden und Entscheidungen vor der Umsetzung korrigiert werden.

Auszeichnung durch den Bundespräsidenten Frank Walter Steinmeier

Ich freue mich, daß heute meine Initiative #goinclusive auch von ganz oben, also vom Bundespräsidenten anerkannt wird und ausgezeichnet wurde.

Gutes Design, gute Architektur, gute Wissensvermittlung ist immer für ALLE Anwender verständlich und nutzbar. Dazu haben wir (schweizergestaltung, Werk5 und ich) uns zusammengeschlossen und beraten und unterstützen Unternehmen, Designer, Museen, Institutionen, Produkthersteller und die Politik dabei, diese Aspekte ohne ästhetische oder inhaltliche Abstriche umzusetzen.

Auszeichnung: ausgezeichnete orte

Alternativen zu Mondpreisen in der Hilfsmittelbranche sind in Sicht

Günstige Produkte die mehr können oder preiswerter sind, als die aus dem Hilfsmittelkatalog der deutschen Krankenkassen, könnten die Welt der blinden Verbraucher verändern.

Es gibt unendlich viele Dinge, die dringend besser werden müssen und der Aufwand dafür ist teils sehr groß. Die Hilfsmittelindustrie, allen voran die Braillezeilenhersteller, sind in der Steinzeit stehen geblieben, sowohl technisch als auch von der Haltung. Die Geräte sind so unerträglich schlecht, dass in fast allen Fällen nicht einmal die Vertreter der Hersteller sie bedienen können. Schulungen und Unterricht über Tage und Wochen sind nötig um eine einfache Textverarbeitung zu verstehen – ganz zu Schweigen vom ganzen System.
Heute gibt es Bedienkonzepte, die dem komplementär entgegenstehen. Diese könnten ganz besonders für sinneingeschränkte Nutzer nützlich sein. Aber man muss dafür kluge Leuteinterdisziplinär zusammenbringen und wirklich neu denken können und wollen.
Wir, Sie und die blinden Nutzer können daran etwas ändern. Wir recherchieren seit einiger Zeit im Ausland nach Alternativen, nach preisgünstigeren und besseren Hilfsmitteln. Die folgenden vorgestellten Beispiele sind ein Anfang um auf das Problem aufmerksam zu machen.

Die Probleme heute

Die Krankenkassen und damit das Sozialsystem werden geschröpft, um veraltete Technik zu überhöhten Preisen an blinde Menschen zu verkaufen, die dringend bessere, zeitgemäßere Produkte brauchen, um mit der Gesellschaft Schritt halten zu können.  Durch die hohen Preise werden die wenigen verfügbaren Hilfsmittel auch nur sehr sparsam an Menschen mit dringendem Bedarf abgegeben. Es findet wegen der zufriedenen Sättigung der Hilfsmittelbranche kaum Forschung und Entwicklung statt. ZB wurden aber 10 Millionen staatliche Fördergelder in aussichtslose Produkte wie Hyperbraille gesteckt, die einzig die Finanzierung veralteter Systeme bezwecken. 

Am hiesigen Hilfsmittelmarkt wird sich nichts ändern solange auch die Krankenkassen beliebige Mondpreise zahlen. Ein gutes Beispiel: Der Einkaufsfuchs. 3.600 € für ein Gerät das nicht wirklich mehr kann als ein iPhone mit einer entsprechenden Apps. Gewöhnliche Hardwareanbieter stellen auf Nachfrage fest, dass für einen Bildschirm, der für 115 € im Einkauf zu haben ist, der Hilfsmittelanbieter 780 € in Rechnung stellt. Oder für eine Großschrift-Tastatur die er für 15 € einkauft veranschlagt er 85 €.  Eine Motorrad-Laderampe für 100€ wird als Rollstuhlhilfsmittel für knapp 800€ verkauft.

Abhilfe

Die Krankenkassen müssen selbst die Preise hinterfragen und Abteilungen mit Experten in eigener Sache einrichten, die Entwicklungen recherchieren, fördern und lenken. Dadurch können leicht hunderte Millionen Euro gespart werden und die Menschen besser versorgt werden.

Positive Zeichen der Veränderung

Hilfsmittel von VisionAid aus England z. B. ein Bildschirmlesegerät mit mehr Funktionen als das, was es auf dem deutschen Markt gibt kostet 1.000 anstatt 2.000 €. Deren mobile Lupe mit bis zu 20-facher Vergrößerung, 200 €. Eine Tageslichtleuchte mit verschiedenen Farbtemperaturen und Einstellungsmöglichkeiten für 115 €. Das sind konventionelle Hilfsmittel mit gleicher oder höherer Qualität, die die Hälfte dessen kosten, was deutsche Firmen dafür verlangen. Bei der Lupe aus England kann man „sogar“ den Akku im Internet nachbestellen und selbst tauschen. Auf die Idee kommt auch kein deutscher Hersteller.

Die Entwicklung von BristolBraille, der 8-zeilige Canute für unter 2.000€, und natürlich der OrbitReader20 des APH für etwa 500€ ist bahnbrechend und wird in Deutschland hoffentlich den Markt verändern, denn eine einzeilige Braille-Zeile mit 40 oder 80 Zeichen, für 5.000 bis 12.000 €, auf Basis einer seit 30 Jahren unveränderten Technik ist reine Bereicherung des Herstellers und Händlers.

Wie Unternehmen und Verbände Design-Thinking-Grundsätze nutzen können, um den individuellen Bedürfnissen der Nutzer gerecht zu werden

Barrierefreies Design ermöglicht es Menschen mit Behinderungen, sich auch mit digitalen Produkten und Dienstleistungen auseinanderzusetzen. Frank Klassen, CEO von Brightfind, erklärt, wie Unternehmen und Verbände Design Thinking Grundsätze nutzen können, um den individuellen Bedürfnissen der Nutzer gerecht zu werden.

Warum sollten Unternehmen digitale Barrierefreiheit im Auge behalten?

Einer von fünf Menschen in den Vereinigten Staaten hat irgend eine Art Zugangsproblem, wie z.B. eine Hör- oder Sehschwäche. Wenn Unternehmen und Verbände digitale Inhalte besser zugänglich machen, besteht eine größere Chance, die Marktdurchdringung zu erhöhen. Das dürfte ein valider Anreiz sein, Barrierefreiheit im Auge zu behalten.

Es ist auch wichtig, dass Unternehmen, die Design Thinking als Ansatz für die Entwicklung und Verbreitung neuer Produkte und Dienstleistungen verstehen, sicherstellen, dass Teilnehmer, die Zugangsprobleme haben, in den Design Thinking Ansatz einbezogen werden.

Was bedeutet es, Design Thinking auf Barrierefreiheit anzuwenden?

Design Thinking umfasst sieben Grundprinzipien: nutzerzentriert, kollaborativ, iterativ, ganzheitlich, optimistisch, experimentell und erfahrungsorientiert. Wenn Sie über jede dieser Prinzipien nachdenken, können Sie sich leicht vorstellen, wie sich Barrierefreiheit darauf auswirken kann. Barrierefreiheit ist ein sehr benutzerzentriertes Konzept – es umfasst alle Benutzer, einschließlich derjenigen ohne und mit Behinderungen.

Barrierefreiheit basiert auch auf der Idee, dass jeder die Möglichkeit haben sollte, von einem Produkt oder einer Dienstleistung Gebrauch zu machen. Wir sollten daher sicherstellen, dass jede digitale Nutzung in der Tat eine positive und nützliche Erfahrung für alle Lebensumstände und Publikumsmerkmale bereit hält.

Wo sehen Sie Chancen für Unternehmen, sich zu verbessern oder zu entwickeln?

Beim Design Thinking geht alles nur darum, Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln, die so optimiert sind, dass sie den Bedürfnissen Aller gerecht werden. Organisationen können den Wert bestehender Produkte und Dienstleistungen verbessern, indem sie alle Kundengruppen und deren Bedürfnisse berücksichtigen.

Wenn Wachstum ein Schlüsselelement Ihres strategischen Plans ist, dann sollten Unternehmen Barrierefreiheit in die Gleichung für den Wertbeitrag aufnehmen.

 

Talking Tech: Design Thinking for Accessibility